Zum Inhalt springen
MeinBefund24

Befund verstehen

Kreatinin und eGFR

Kurz gesagt: Kreatinin ist ein Abbauprodukt der Muskeln, das die Nieren ausscheiden. Aus Kreatinin, Alter und Geschlecht berechnet das Labor die eGFR, die geschätzte Filterleistung der Nieren. Von einer chronischen Nierenerkrankung spricht die internationale Leitlinie erst, wenn die eGFR unter 60 liegt oder andere Zeichen einer Nierenschädigung bestehen, jeweils länger als drei Monate.

Stand:

Ärztlich geprüft am von einem in Deutschland approbierten Arzt · So prüfen wir

Was misst Kreatinin?

Kreatinin entsteht gleichmäßig in den Muskeln und wird fast nur über die Nieren ausgeschieden. Filtern die Nieren schlechter, steigt der Wert im Blut. Wie viel Kreatinin entsteht, hängt aber auch von der Muskelmasse ab: Muskulöse Menschen haben höhere Werte, sehr schlanke oder ältere Menschen niedrigere.

Welcher Kreatinin-Wert ist normal?

Viele Labore geben für Frauen etwa 0,5 bis 1,0 mg/dl und für Männer etwa 0,7 bis 1,2 mg/dl an; in µmol/l ist die Zahl rund 88-mal größer. Maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem Befund.

Was ist die eGFR?

Die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) gibt an, wie viel Flüssigkeit die Nieren pro Minute aus dem Blut filtern, umgerechnet auf eine durchschnittliche Körperoberfläche, in ml/min/1,73 m². Werte ab 90 gelten als normal. Mit dem Alter sinkt die eGFR langsam; Werte zwischen 60 und 89 bedeuten ohne weitere Zeichen einer Nierenschädigung noch keine Nierenerkrankung.

Ab wann spricht man von einer Nierenerkrankung?

Nach der internationalen Leitlinie KDIGO liegt eine chronische Nierenerkrankung vor, wenn die eGFR länger als drei Monate unter 60 ml/min/1,73 m² liegt oder über denselben Zeitraum andere Zeichen einer Nierenschädigung bestehen, etwa Eiweiß im Urin. Ein einzelner Wert reicht für diese Diagnose nicht.

Die Leitlinie teilt die eGFR in Stufen ein: G1 ab 90, G2 60 bis 89, G3a 45 bis 59, G3b 30 bis 44, G4 15 bis 29 und G5 unter 15.

Was bedeutet „Kreatinin zu hoch"?

Flüssigkeitsmangel senkt die Filterleistung vorübergehend, ohne dass die Nieren geschädigt sind. Viel Muskelmasse, eine fleischreiche Mahlzeit vor der Blutabnahme, Kreatin als Nahrungsergänzung und manche Medikamente erhöhen den Wert, ohne dass die Nieren schlechter arbeiten. Bei unklaren Werten kann Cystatin C als zweiter Marker helfen.

Welche Fragen sollten Sie stellen?

Wie hoch sind Kreatinin und eGFR, und wie waren frühere Werte? Wurde der Urin auf Eiweiß untersucht? Nehme ich Medikamente, die die Nieren belasten oder den Wert verändern? Wann wird kontrolliert?

Bei MeinBefund24 erklärt Ihnen ein in Deutschland approbierter Arzt Ihren Befund im Videogespräch, Termin meist in 60 Minuten, täglich bis 22 Uhr. Sie können alle Fragen stellen und bekommen danach eine schriftliche Zusammenfassung; das Gespräch kostet 19,99 €. Eine Untersuchung oder Behandlung ersetzt es nicht.

Wann sofort zum Arzt?

Bei plötzlich kaum noch Urin, starker Atemnot, Wassereinlagerungen mit Atemnot oder Verwirrtheit: sofort Notruf 112.

Außerhalb der Sprechzeiten Ihrer Praxis erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Quellen

  • Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney International 2024;105(4S):S117–S314.

Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung im Einzelfall. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.