Befund verstehen
Lymphozyten, Neutrophile und das Differenzialblutbild
Kurz gesagt: Das Differenzialblutbild teilt die weißen Blutkörperchen in fünf Gruppen auf. Neutrophile steigen vor allem bei bakteriellen Infekten und unter Stress, Lymphozyten eher bei Virusinfekten. Aussagekräftiger als der Prozentwert ist die absolute Zahl, und fast immer zählt das Gesamtbild.
Stand:
Ärztlich geprüft am von einem in Deutschland approbierten Arzt · So prüfen wir
Was zeigt das Differenzialblutbild?
Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) bestehen aus Neutrophilen, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophilen und Basophilen. Das Differenzialblutbild zählt jede Gruppe einzeln, oft als Prozentwert und als absolute Zahl.
Prozent oder absolute Zahl: was zählt?
Die Prozentwerte hängen voneinander ab: Steigt eine Gruppe, sinkt der Anteil der anderen, auch wenn deren Zahl gleich bleibt. Deshalb achten Ärzte vor allem auf die absoluten Werte, angegeben als Zahl pro Mikroliter, G/l oder „/nl".
Was bedeuten zu viele oder zu wenige Neutrophile?
Neutrophile sind die häufigsten weißen Blutkörperchen und die erste Abwehr gegen Bakterien. Erhöht sind sie meist bei bakteriellen Infekten, Entzündungen, körperlichem oder seelischem Stress, beim Rauchen und unter Kortison.
Erniedrigt sind sie häufig bei Virusinfekten und unter manchen Medikamenten. Bei sehr niedrigen Werten ist die Abwehr gegen Bakterien geschwächt; dann ist Fieber immer ein Grund, sofort ärztliche Hilfe zu holen.
Was bedeuten zu viele oder zu wenige Lymphozyten?
Lymphozyten steuern die gezielte Abwehr, etwa gegen Viren. Erhöht sind sie oft bei und nach Virusinfekten, zum Beispiel beim Pfeifferschen Drüsenfieber. Bleibt die Zahl bei älteren Menschen ohne Infekt dauerhaft erhöht, wird das weiter abgeklärt, weil dann eine Erkrankung des Blutes dahinterstecken kann.
Erniedrigt sind sie häufig nur vorübergehend, etwa bei Stress, schweren Infekten oder unter Kortison.
Was bedeuten Monozyten, Eosinophile und Basophile?
Monozyten sind bei vielen Infekten und chronischen Entzündungen leicht erhöht. Eosinophile steigen bei Allergien, Asthma, manchen Hauterkrankungen und Wurmerkrankungen. Basophile sind selten auffällig.
Welche Fragen sollten Sie stellen?
Welche Gruppe ist verändert, und wie hoch ist die absolute Zahl? Passt der Befund zu einem Infekt? Wie waren frühere Werte, und ist eine Kontrolle sinnvoll?
Bei MeinBefund24 erklärt Ihnen ein in Deutschland approbierter Arzt Ihren Befund im Videogespräch, Termin meist in 60 Minuten, täglich bis 22 Uhr. Sie können alle Fragen stellen und bekommen danach eine schriftliche Zusammenfassung; das Gespräch kostet 19,99 €. Eine Untersuchung oder Behandlung ersetzt es nicht.
Wann sofort zum Arzt?
Bei Fieber zusammen mit Verwirrtheit, schnellem Atmen oder starkem Krankheitsgefühl: sofort Notruf 112. Bekommen Sie eine Chemotherapie oder sind Ihre Neutrophilen sehr niedrig, ist jedes Fieber ein Notfall: sofort in die Notaufnahme oder an Ihr behandelndes Zentrum wenden.
Außerhalb der Sprechzeiten Ihrer Praxis erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung im Einzelfall. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.