Befund verstehen
Rotatorenmanschette und Supraspinatussehne
Kurz gesagt: Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier Muskeln und Sehnen, die den Oberarmkopf in der Schulterpfanne hält. Am häufigsten betroffen ist die Supraspinatussehne. Veränderungen dieser Sehnen sind im MRT häufig und nehmen mit dem Alter zu, auch bei Menschen ohne Beschwerden.
Stand:
Ärztlich geprüft am von einem in Deutschland approbierten Arzt · So prüfen wir
Was ist die Rotatorenmanschette?
Vier Muskeln umgreifen den Oberarmkopf wie eine Manschette: Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor und Subscapularis. Sie zentrieren das Gelenk und helfen beim Heben und Drehen des Arms. Die Supraspinatussehne verläuft durch einen engen Raum unter dem Schulterdach und wird deshalb am stärksten beansprucht.
Was bedeuten die Begriffe im Befund?
Tendinopathie oder Tendinose beschreibt eine Veränderung der Sehnenstruktur durch Überlastung und Verschleiß, ohne Riss. Eine Partialruptur ist ein Teilriss, der nicht durch die ganze Sehnendicke reicht; der Befund nennt oft, ob er auf der Gelenkseite oder auf der Seite des Schleimbeutels liegt. Eine komplette oder transmurale Ruptur reicht durch die ganze Dicke der Sehne.
Bei größeren Rissen beschreibt der Befund oft, wie weit sich die Sehne zurückgezogen hat (Retraktion) und ob der Muskel verfettet ist. Beides ist für die Entscheidung über die Behandlung wichtig.
Wie häufig sind solche Befunde?
Sehr häufig, und mit dem Alter immer häufiger. Eine Übersichtsarbeit fand Veränderungen der Rotatorenmanschette bei 9,7 Prozent der untersuchten Menschen bis 20 Jahre und bei 62 Prozent der Menschen ab 80 Jahren (Teunis und Kollegen, Journal of Shoulder and Elbow Surgery, 2014). Solche Veränderungen kommen auch ohne Beschwerden vor; ein Befund erklärt Schulterschmerzen deshalb nicht automatisch.
Wie geht es weiter?
Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der Art des Befunds, den Beschwerden, dem Alter und den Ansprüchen an die Schulter ab. Infrage kommen sowohl konservative Wege wie Physiotherapie als auch Operationen; die Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Orthopäde zusammen mit Ihnen.
Welche Fragen sollten Sie stellen?
Handelt es sich um eine Tendinopathie, einen Teilriss oder einen kompletten Riss? Wie groß ist der Riss, ist die Sehne zurückgezogen, ist der Muskel verfettet? Passt der Befund zu meinen Beschwerden? Welche Möglichkeiten gibt es?
Bei MeinBefund24 erklärt Ihnen ein in Deutschland approbierter Arzt Ihren Befund im Videogespräch, Termin meist in 60 Minuten, täglich bis 22 Uhr. Sie können alle Fragen stellen und bekommen danach eine schriftliche Zusammenfassung; das Gespräch kostet 19,99 €. Eine Untersuchung oder Behandlung ersetzt es nicht.
Wann schnell zum Arzt?
Können Sie den Arm nach einem Sturz oder einer Verletzung plötzlich nicht mehr heben, lassen Sie sich zeitnah untersuchen. Bei Schmerzen in Schulter oder Arm zusammen mit Brustenge, Atemnot oder Schweißausbruch kann das Herz dahinterstecken: sofort Notruf 112.
Außerhalb der Sprechzeiten Ihrer Praxis erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Quellen
- Teunis T, Lubberts B, Reilly BT, et al. A systematic review and pooled analysis of the prevalence of rotator cuff disease with increasing age. Journal of Shoulder and Elbow Surgery 2014;23(12):1913–1921.
Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung im Einzelfall. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.