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MeinBefund24

Ratgeber

MRT-Befund verstehen

Kurz gesagt: Ein MRT-Befund ist für Ärzte geschrieben, nicht für Patienten. Viele Begriffe klingen dramatischer, als sie sind: „degenerativ" heißt meist Verschleiß, wie er mit den Jahren entsteht, „unauffällig" heißt ohne krankhaften Befund. Was Ihr Befund für Sie bedeutet, hängt von Ihren Beschwerden ab, und das klärt ein Gespräch besser als jede Liste.

Stand:

Ärztlich geprüft am von einem in Deutschland approbierten Arzt · So prüfen wir

Wie ist ein MRT-Befund aufgebaut?

Ein MRT-Befund folgt fast immer demselben Schema. Oben steht die Fragestellung, also warum die Untersuchung gemacht wurde, etwa „Rückenschmerzen seit drei Monaten". Danach kommt die Technik: welche Körperregion mit welchen Aufnahmeserien untersucht wurde und ob ein Kontrastmittel gegeben wurde.

Der eigentliche Befund beschreibt Schicht für Schicht, was die Radiologie gesehen hat, in Fachsprache und oft sehr ausführlich. Auch Nebensächliches wird notiert, damit der Bericht vollständig ist.

Am wichtigsten ist der letzte Teil, die Beurteilung. Dort steht zusammengefasst, was die Radiologie für wesentlich hält. Wenn Sie nur einen Absatz lesen, dann diesen.

Was bedeuten die häufigsten Begriffe?

„Unauffällig", „regelrecht" oder „o. B." (ohne Befund) heißen: Hier ist nichts Krankhaftes zu sehen. „Altersentsprechend" bedeutet, dass eine Veränderung in Ihrem Alter häufig vorkommt und für sich genommen nicht krankhaft ist.

„Degenerativ" beschreibt Verschleiß, wie er mit den Jahren bei den meisten Menschen entsteht. Eine „Protrusion" ist eine Vorwölbung der Bandscheibe, ein „Prolaps" ein Bandscheibenvorfall, bei dem Gewebe durch den äußeren Faserring getreten ist. Ein „Ödem" ist eine Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe, ein „Erguss" Flüssigkeit in einem Gelenk.

Manche Wörter klingen bedrohlicher, als sie gemeint sind. „Läsion" heißt nur „veränderte Stelle", „Raumforderung" nur „etwas, das Platz einnimmt". Beide Begriffe sagen für sich nichts darüber, ob etwas gutartig oder bösartig ist.

Weitere Begriffe im Glossar: von „altersentsprechend" bis „Z. n." →

Heißt ein auffälliger Befund, dass etwas nicht stimmt?

Nicht unbedingt. Ein MRT zeigt sehr viel, auch Veränderungen, die keine Beschwerden machen. Bandscheibenvorwölbungen etwa finden sich auch bei vielen Menschen ohne Rückenschmerzen, und zwar umso häufiger, je älter sie sind (Brinjikji und Kollegen, American Journal of Neuroradiology, 2015).

Entscheidend ist, ob ein Befund zu Ihren Beschwerden passt. Das beurteilt die Ärztin oder der Arzt, die Sie behandeln, zusammen mit Ihrer Vorgeschichte und der körperlichen Untersuchung. Ein Bild allein beantwortet diese Frage nicht.

Welche Fragen sollten Sie zu Ihrem Befund stellen?

Was genau wurde gefunden, und wie ordnet die Beurteilung es ein? Ist der Befund altersentsprechend? Passt er zu meinen Beschwerden? Wird eine Kontrolle oder eine weitere Untersuchung empfohlen, und warum?

Schreiben Sie Ihre Fragen vor dem Gespräch auf, ob beim Arzt vor Ort oder im Videogespräch. Wer mit einer Liste kommt, geht selten mit offenen Fragen nach Hause.

Wer erklärt mir meinen MRT-Befund?

Zuständig ist die Ärztin oder der Arzt, der das MRT veranlasst hat, meist die Hausarztpraxis oder die Orthopädie. Bis zu diesem Termin vergehen oft Tage oder Wochen, und der Befund liegt in der Zwischenzeit schon im Briefkasten oder im Patientenportal.

Bei MeinBefund24 erklärt Ihnen ein in Deutschland approbierter Arzt Ihren MRT-Befund im Videogespräch, Termin meist in 60 Minuten, täglich bis 22 Uhr. Sie laden den Befund vorher hoch und können alle Fragen stellen, danach bekommen Sie eine schriftliche Zusammenfassung per E-Mail. Das Gespräch kostet 19,99 €.

Die Befundbesprechung ersetzt keine Untersuchung und keine Behandlung. Der Arzt erklärt, was in Ihrem Befund steht, stellt aber keine neue Diagnose und empfiehlt keine Therapie; darüber entscheiden Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin.

Wann sollten Sie nicht auf eine Erklärung warten?

Wenn neue oder deutlich stärkere Beschwerden auftreten: Lähmungen oder Kraftverlust, Taubheit im Genital- oder Gesäßbereich, Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang, Fieber mit Rückenschmerzen oder plötzliche sehr starke Kopfschmerzen. Dann gehört das sofort in ärztliche Hände, in die Notaufnahme oder über den Notruf 112.

Außerhalb der Sprechzeiten Ihrer Praxis erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung im Einzelfall. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.