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Befund verstehen

Triglyceride

Kurz gesagt: Triglyceride sind Blutfette, die der Körper als Energiespeicher nutzt. Nach der europäischen Leitlinie spricht ein Wert unter 150 mg/dl (1,7 mmol/l) für ein geringeres Herz-Kreislauf-Risiko. Der Wert steigt nach dem Essen und mit Alkohol; sehr hohe Werte können eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen.

Stand:

Ärztlich geprüft am von einem in Deutschland approbierten Arzt · So prüfen wir

Was sind Triglyceride?

Triglyceride sind die Fette, die der Körper aus der Nahrung aufnimmt oder in der Leber selbst bildet und im Fettgewebe speichert. Im Blut werden sie zusammen mit dem Cholesterin in kleinen Eiweißhüllen transportiert.

Welcher Wert ist normal?

Nach der Leitlinie der europäischen Fachgesellschaften für Kardiologie und Atherosklerose spricht ein Wert unter 150 mg/dl (1,7 mmol/l) für ein geringeres Herz-Kreislauf-Risiko; höhere Werte sind ein Anlass, auf weitere Risikofaktoren zu achten. Umrechnen können Sie mit dem Faktor 88,5: 1 mmol/l entspricht etwa 88,5 mg/dl.

Muss ich für die Messung nüchtern sein?

Meist nicht. Nach einer üblichen Mahlzeit liegen die Triglyceride nur wenig höher; europäische Fachgesellschaften halten eine Messung ohne vorheriges Fasten deshalb in der Regel für geeignet und empfehlen, nicht nüchtern gemessene Werte ab 175 mg/dl (2 mmol/l) als auffällig zu markieren. Bei stark erhöhten Werten wird oft nüchtern nachgemessen.

Was bedeutet „Triglyceride zu hoch"?

Häufige Gründe sind Übergewicht, wenig Bewegung, viel Zucker und Alkohol, ein schlecht eingestellter Diabetes, eine Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen und manche Medikamente. Oft spielt auch eine erbliche Veranlagung mit.

Dauerhaft erhöhte Werte tragen zum Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bei, meist zusammen mit anderen Faktoren wie dem LDL-Cholesterin.

Ab wann wird es gefährlich?

Sehr hohe Werte, nach der europäischen Leitlinie über 880 mg/dl (10 mmol/l), können eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auslösen. Solche Werte gehören zeitnah ärztlich besprochen.

Welche Fragen sollten Sie stellen?

Wurde nüchtern gemessen? Wie sehen LDL- und HDL-Cholesterin aus? Gibt es Auslöser wie Alkohol, Diabetes oder Medikamente? Wie hoch ist mein gesamtes Herz-Kreislauf-Risiko?

Bei MeinBefund24 erklärt Ihnen ein in Deutschland approbierter Arzt Ihren Befund im Videogespräch, Termin meist in 60 Minuten, täglich bis 22 Uhr. Sie können alle Fragen stellen und bekommen danach eine schriftliche Zusammenfassung; das Gespräch kostet 19,99 €. Eine Untersuchung oder Behandlung ersetzt es nicht.

Wann sofort zum Arzt?

Bei starken Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, oft mit Übelkeit und Erbrechen, oder bei Kreislaufproblemen: sofort Notruf 112. Dahinter kann eine Bauchspeicheldrüsenentzündung stecken.

Außerhalb der Sprechzeiten Ihrer Praxis erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Quellen

  • Mach F, Baigent C, Catapano AL, et al. 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk. European Heart Journal 2020;41(1):111–188.
  • Nordestgaard BG, Langsted A, Mora S, et al. Fasting is not routinely required for determination of a lipid profile: clinical and laboratory implications including flagging at desirable concentration cut-points: a joint consensus statement from the European Atherosclerosis Society and European Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine. European Heart Journal 2016;37(25):1944–1958.

Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung im Einzelfall. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.