Ratgeber
Arztbrief übersetzen und verstehen
Kurz gesagt: Ein Arztbrief ist die Nachricht einer Ärztin an eine andere, deshalb ist er in Fachsprache geschrieben. Die meisten Abkürzungen lassen sich schnell auflösen. Was die Angaben für Sie bedeuten, klärt am besten ein Gespräch, in dem Sie nachfragen können.
Stand:
Ärztlich geprüft am von einem in Deutschland approbierten Arzt · So prüfen wir
Wie ist ein Arztbrief aufgebaut?
Ein Arztbrief, etwa der Entlassbrief nach einem Krankenhausaufenthalt, beginnt meist mit den Diagnosen, oft mit einem ICD-Code dahinter. Es folgen die Vorgeschichte (Anamnese), die Untersuchungsbefunde mit Labor und Bildgebung, der Verlauf der Behandlung und am Ende die Empfehlungen und die Medikation.
Für Sie am wichtigsten sind meist zwei Stellen: die Diagnosen ganz oben und die Empfehlungen am Schluss, also was als Nächstes geschehen soll und wer sich darum kümmert.
Was bedeuten Abkürzungen wie Z. n., V. a. oder o. B.?
„Z. n." heißt „Zustand nach", also etwas, das früher war, etwa „Z. n. Blinddarmoperation". „V. a." heißt „Verdacht auf": Die Diagnose ist nicht bestätigt. „DD" steht für Differenzialdiagnose, eine andere mögliche Erklärung, die noch in Betracht kommt.
„o. B." bedeutet „ohne Befund", die Untersuchung war unauffällig. „ED" ist die Erstdiagnose, „AZ" und „EZ" beschreiben Allgemein- und Ernährungszustand. Im Medikamentenplan steht „1-0-1" für morgens eine, mittags keine, abends eine Einheit, „b. B." heißt „bei Bedarf".
Warum stehen im Brief Diagnosen, von denen ich nichts wusste?
Arztbriefe führen alle bekannten Diagnosen auf, auch Nebendiagnosen und frühere Erkrankungen, damit die nächste Ärztin das ganze Bild hat. Nicht jede Zeile ist neu, und nicht jede muss behandelt werden.
Steht vor einer Diagnose „V. a.", ist sie nicht gesichert. Oft steht in den Empfehlungen, wie der Verdacht geklärt werden soll. Fragen Sie nach, statt sich allein mit einer Suchmaschine durch die Liste zu arbeiten.
Wie lese ich den Medikamentenplan?
Im Plan stehen meist der Wirkstoff, die Stärke in Milligramm und das Einnahmeschema. Der Name auf Ihrer Packung kann anders lauten, weil viele Hersteller denselben Wirkstoff anbieten.
Ändern Sie an Ihren Medikamenten nichts auf eigene Faust. Ist unklar, ob ein Mittel neu dazukam, abgesetzt oder nur pausiert wurde, klären Sie das mit Ihrer Hausarztpraxis oder in der Apotheke.
Übersetzung oder Arztgespräch?
Übersetzungsdienste und KI-Programme bringen den Text in Alltagssprache, teils kostenlos. Nachfragen können Sie dabei nicht, und ob die Übertragung stimmt, prüft niemand für Sie. Gerade bei Verdachtsdiagnosen und Empfehlungen kommt es auf den Zusammenhang an.
Bei MeinBefund24 erklärt Ihnen ein in Deutschland approbierter Arzt Ihren Arztbrief im Videogespräch, Termin meist in 60 Minuten, täglich bis 22 Uhr. Sie laden den Brief vorher hoch und können alle Fragen stellen, danach bekommen Sie eine schriftliche Zusammenfassung per E-Mail. Das Gespräch kostet 19,99 €.
Der Arzt erklärt, was im Brief steht. Er stellt keine neue Diagnose und ändert keine Behandlung; darüber entscheiden Sie mit den Ärzten, die Sie behandeln.
Habe ich ein Recht auf meinen Arztbrief?
Ja. Sie können Einsicht in Ihre Patientenakte verlangen und Abschriften bekommen, auch vom Arztbrief (§ 630g Bürgerliches Gesetzbuch). Nach einem Krankenhausaufenthalt bekommen Sie den Entlassbrief in der Regel ohnehin mit.
Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung im Einzelfall. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.