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Ratgeber

Glossar: Begriffe aus Befunden und Arztbriefen

Kurz erklärt, was häufige Begriffe allgemein bedeuten. Was ein Begriff in Ihrem Befund bedeutet, hängt vom Zusammenhang ab; das klärt ein Gespräch mit einem Arzt, der Ihren Befund kennt.

Stand:

Ärztlich geprüft am von einem in Deutschland approbierten Arzt · So prüfen wir

Allgemeine Befundbegriffe

Unauffällig, regelrecht, o. B.
Kein krankhafter Befund. „o. B." steht für „ohne Befund".
Altersentsprechend
Eine Veränderung, die in diesem Alter bei vielen Menschen vorkommt und für sich genommen nicht krankhaft ist.
Degenerativ
Durch Verschleiß entstanden, wie er mit den Jahren bei den meisten Menschen auftritt, etwa an Gelenken oder an der Wirbelsäule.
Akut, chronisch
„Akut" heißt plötzlich oder frisch aufgetreten, „chronisch" länger bestehend, meist über Wochen oder Monate.
Befund, Beurteilung
Der Befund beschreibt, was gesehen oder gemessen wurde. Die Beurteilung fasst zusammen, was davon wesentlich ist, und ist meist der verständlichste Teil.
Läsion
Allgemeines Wort für eine veränderte Stelle im Gewebe. Es sagt nichts darüber, was die Veränderung ist.
Raumforderung
Etwas, das Platz einnimmt, zum Beispiel eine Zyste oder eine Gewebevermehrung. Der Begriff beschreibt nur die Form, nicht, ob etwas gutartig oder bösartig ist.
Benigne, maligne
Gutartig und bösartig. Mit „Dignität" ist die Frage gemeint, welches von beiden zutrifft.
Zyste
Ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum. Einfache Zysten sind häufig und meist harmlos.
Ödem
Eine Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe, etwa nach einer Verletzung, bei einer Entzündung oder bei Überlastung.
Erguss
Flüssigkeit in einem Gelenk oder einer Körperhöhle, zum Beispiel ein Kniegelenkserguss.
Stenose
Eine Verengung, etwa eines Blutgefäßes oder des Wirbelkanals.
-itis
Die Endung steht für eine Entzündung, zum Beispiel Bursitis (Schleimbeutelentzündung) oder Tendinitis (Sehnenentzündung).
Idiopathisch
Ohne erkennbare Ursache.

MRT der Wirbelsäule

Protrusion
Vorwölbung der Bandscheibe über den Rand des Wirbelkörpers, ohne dass der äußere Faserring durchbrochen ist. Häufig, auch bei Menschen ohne Beschwerden.
Prolaps, Bandscheibenvorfall
Bandscheibengewebe ist durch den äußeren Faserring getreten. Ob es Beschwerden macht, hängt unter anderem davon ab, ob es auf eine Nervenwurzel drückt.
Sequester
Ein abgelöstes Stück Bandscheibengewebe, das keine Verbindung mehr zur Bandscheibe hat.
Osteochondrose
Verschleiß der Bandscheibe und der angrenzenden Deck- und Grundplatten der Wirbelkörper.
Spondylarthrose, Facettengelenksarthrose
Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke an der Rückseite der Wirbelsäule.
Spinalkanalstenose
Verengung des Wirbelkanals, in dem das Rückenmark und die Nervenfasern verlaufen.
Neuroforamen
Die seitlichen Öffnungen zwischen zwei Wirbeln, durch die die Nervenwurzeln austreten. Eine Neuroforamenstenose ist eine Verengung dieser Öffnung.
Modic-Veränderungen
Veränderungen im Knochenmark der Wirbelkörper neben einer Bandscheibe, eingeteilt in Typ 1 bis 3. Sie beschreiben unterschiedliche Stadien von Umbauvorgängen.
Wirbelkörperhämangiom
Eine gutartige Gefäßfehlbildung im Wirbelkörper. Ein häufiger Zufallsbefund, der meist keine Beschwerden macht.

MRT von Knie, Schulter und anderen Gelenken

Meniskusläsion, Meniskusriss
Veränderung oder Riss im Meniskus, dem Knorpelpuffer im Kniegelenk. Die Einteilung in Grad 1 bis 3 beschreibt, wie weit die Veränderung reicht; erst bei Grad 3 reicht sie bis an die Oberfläche und gilt als Riss.
Chondropathie, Knorpelschaden
Veränderung des Gelenkknorpels, meist in Grad 1 bis 4 eingeteilt, von leichter Aufweichung bis zum freiliegenden Knochen.
Arthrose, Gonarthrose, Omarthrose
Gelenkverschleiß. Gonarthrose betrifft das Knie, Omarthrose die Schulter, Coxarthrose die Hüfte.
Knochenmarködem
Flüssigkeitseinlagerung im Knochen, häufig nach einer Prellung oder bei Überlastung.
Baker-Zyste
Eine flüssigkeitsgefüllte Aussackung in der Kniekehle, oft im Zusammenhang mit einem Gelenkerguss.
Bursitis
Entzündung eines Schleimbeutels.
Ruptur, Partialruptur
Ein Riss, zum Beispiel einer Sehne oder eines Bandes. Bei einer Partialruptur ist die Struktur nur teilweise gerissen.
Tendinopathie
Veränderung einer Sehne durch Überlastung oder Verschleiß.

Begriffe aus der MRT-Technik

T1, T2
Zwei Grundarten von MRT-Aufnahmen (Wichtungen), in denen Gewebe unterschiedlich hell erscheint. Flüssigkeit ist in T2 hell und in T1 dunkel.
Hyperintens, hypointens
Heller beziehungsweise dunkler als das umgebende Gewebe. Das beschreibt nur die Helligkeit im Bild, nicht, ob etwas krankhaft ist.
Signalanhebung
Eine Stelle erscheint heller als erwartet, etwa durch mehr Flüssigkeit. Was dahintersteckt, ergibt sich aus dem Zusammenhang.
Kontrastmittel, Anreicherung
Ein Mittel, das über die Vene gegeben wird und bestimmte Gewebe besser sichtbar macht. „Anreicherung" oder „Enhancement" heißt, dass ein Bereich Kontrastmittel aufnimmt.
Sequenz
Eine einzelne Aufnahmeserie des MRT mit bestimmten Einstellungen.
Artefakt
Eine Bildstörung, zum Beispiel durch Bewegung oder Metall, die nichts mit dem Körper selbst zu tun hat.

Abkürzungen im Arztbrief

Z. n.
Zustand nach, etwa „Z. n. Operation": ein früheres Ereignis.
V. a.
Verdacht auf. Die Diagnose ist nicht bestätigt.
DD
Differenzialdiagnose: eine andere mögliche Erklärung, die in Betracht kommt.
ED
Erstdiagnose, also wann eine Erkrankung zum ersten Mal festgestellt wurde.
AZ, EZ
Allgemeinzustand und Ernährungszustand.
b. B.
Bei Bedarf, zum Beispiel ein Medikament nur bei Schmerzen.
1-0-1
Einnahmeschema: morgens eine, mittags keine, abends eine Einheit.
p. o., i. v., s. c.
Art der Gabe: über den Mund (per os), in die Vene (intravenös), unter die Haut (subkutan).
ICD-10
Ein Code aus der internationalen Klassifikation der Krankheiten, der oft hinter einer Diagnose steht.

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Häufige Laborwerte

Referenzbereich
Der Bereich, in dem die Werte der meisten gesunden Menschen liegen. Ein Wert knapp außerhalb ist nicht automatisch krankhaft.
CRP
C-reaktives Protein, ein Entzündungswert im Blut.
Leukozyten
Weiße Blutkörperchen. Sie sind unter anderem bei Infekten und Entzündungen erhöht.
Hb
Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff. Ein niedriger Wert kann auf eine Blutarmut hindeuten.
Kreatinin, eGFR
Werte zur Nierenfunktion. Die eGFR schätzt, wie viel Flüssigkeit die Nieren pro Minute aus dem Blut filtern.
TSH
Ein Hormon, das die Schilddrüse steuert, und der wichtigste Suchwert für die Schilddrüsenfunktion.
HbA1c
Der „Langzeitzucker". Er spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten zwei bis drei Monate.

Die Erklärungen sind allgemeine Informationen und ersetzen keine ärztliche Untersuchung oder Beratung im Einzelfall. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.