Befund verstehen
Spondylarthrose (Facettengelenksarthrose)
Kurz gesagt: Spondylarthrose ist Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke an der Rückseite der Wirbelsäule. Sie ist sehr häufig und nimmt mit dem Alter zu, besonders im Lendenbereich. Ob sie Ihre Beschwerden erklärt, zeigt das Bild allein nicht.
Stand:
Ärztlich geprüft am von einem in Deutschland approbierten Arzt · So prüfen wir
Was ist eine Spondylarthrose?
Jeder Wirbel ist mit dem nächsten über zwei kleine Gelenke verbunden, die Facettengelenke. Wie jedes Gelenk können sie verschleißen: Der Knorpel wird dünner, die Gelenke werden dicker, und es bilden sich Randzacken. Das nennen Radiologen Spondylarthrose oder Facettengelenksarthrose.
Oft kommt sie zusammen mit einer Osteochondrose vor, weil eine niedrigere Bandscheibe die Wirbelgelenke stärker belastet.
Osteochondrose: Verschleiß von Bandscheibe und Wirbelkörper →
Wie steht die Spondylarthrose im Befund?
Typisch sind Angaben wie „Spondylarthrose L4/5 beidseits", „hypertrophe Facettengelenke" (verdickte Gelenke) oder „aktivierte Spondylarthrose", wenn im Gelenk oder daneben ein Reizzustand mit Flüssigkeit zu sehen ist.
Verdickte Wirbelgelenke können zusammen mit der Bandscheibe den Wirbelkanal oder die Nervenaustrittslöcher einengen. Dann steht im Befund zusätzlich eine Spinalkanal- oder Neuroforamenstenose.
Ist eine Spondylarthrose schlimm?
Meist nicht. Spondylarthrose ist sehr häufig und mit dem Alter bei vielen Menschen nachweisbar, auch bei solchen ohne Rückenschmerzen (Kalichman und Kollegen, Spine, 2008). Sie verkürzt die Lebenserwartung nicht.
Welche Beschwerden können dazu passen?
Typisch sind tief sitzende Rückenschmerzen, die beim Zurückbeugen, Drehen oder langen Stehen zunehmen und manchmal ins Gesäß oder in die Oberschenkel ausstrahlen, meist nicht bis unter das Knie. Morgens kann der Rücken steif sein.
Ähnliche Beschwerden haben viele andere Ursachen. Ob die Wirbelgelenke der Grund sind, klärt Ihre behandelnde Ärztin mit der Untersuchung.
Wie geht es nach dem Befund weiter?
Welche Behandlung infrage kommt, entscheidet Ihre behandelnde Ärztin; bei verschleißbedingten Rückenschmerzen steht in der Regel eine nicht-operative Behandlung im Vordergrund.
Fragen für den Termin: Welche Höhe ist betroffen, eine oder beide Seiten? Ist die Spondylarthrose aktiviert? Engt sie Nerven oder den Wirbelkanal ein? Passt der Befund zu meinen Beschwerden?
Bei MeinBefund24 erklärt Ihnen ein in Deutschland approbierter Arzt Ihren Befund im Videogespräch, Termin meist in 60 Minuten, täglich bis 22 Uhr. Sie können alle Fragen stellen und bekommen danach eine schriftliche Zusammenfassung; das Gespräch kostet 19,99 €. Eine Untersuchung oder Behandlung ersetzt es nicht.
Wann sofort zum Arzt?
Bei plötzlicher Lähmung oder deutlichem Kraftverlust in Armen oder Beinen, Taubheit im Genital- oder Gesäßbereich, Problemen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang oder bei Fieber zusammen mit Rückenschmerzen: sofort in die Notaufnahme oder den Notruf 112 wählen.
Außerhalb der Sprechzeiten Ihrer Praxis erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Quellen
- Kalichman L, Li L, Kim DH, et al. Facet joint osteoarthritis and low back pain in the community-based population. Spine 2008;33(23):2560–2565.
Dieser Text ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung im Einzelfall. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.